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Definition

Die Kooperative Beratung ist eine Methode zur Gesprächsführung und Gestaltung von Beratung. Sie ist menschenbild- und handlungsorientiert und vereint ein problemverstehendes, zielgerichtetes, ressourcennutzendes sowie lösungs- und transferbezogenes Vorgehen. Die klare, systematische Struktur der Kooperativen Beratung ermöglicht und unterstützt ein logisches und flexibles Arbeiten, auch in schwierigen Situationen im Berufsalltag der Beratung.

Die kooperative, auf Gleichwertigkeit und Symmetrie achtende Arbeitsweise des Beraters führt zu einer vertrauensvollen, wertschätzenden und Potentiale nutzenden Beziehung zur ratsuchenden Person. Die Kooperative Beratung und ihre speziellen Beratungsmethoden werden seit 1993 (Entstehung) in unterschiedlichen pädagogischen Handlungsfeldern (Anwendungsfelder) erfolgreich praktiziert.

Näher beschrieben ist Kooperative Beratung eine besondere pädagogisch-psychologische Form von Beratung. Sie basiert auf einem humanistischen, wissenschaftstheoretischen Ansatz, der die zugrunde gelegten Menschenbildannahmen, ein konkretes, alltagsorientiertes Handlungsmodell und die kooperative, symmetrische Beratungskonzeption beinhaltet. Diese Elemente bauen aufeinander auf und sind stimmig zueinander. Der Berater kann mit den Grundlagen, Methoden und dem Setting der Kooperativen Beratung gemeinsam mit dem Ratsuchenden

                
  • Vertrauen und Sicherheit in der Beziehung zueinander aufbauen und aufrecht erhalten,
  • das Anliegen (Problem, Belastung, Veränderung etc.) verstehen und klären,
  • Ressourcen und Potentiale erkunden, aktivieren, (weiter-)entwickeln und auf andere Situationen übertragen,
  • grundlegende, übergeordnete Ziele bewusst machen und konkrete, kleinschrittige alltags- und situationsorientierte Ziele erarbeiten (Zielklarheit),
  • Lösungen kreativ erarbeiten und sie ziel- und handlungsbezogen für die individuelle Alltagssituation vorbereiten,
  • Entscheidungsmöglichkeiten aufzeigen, deren Chancen und Risiken antizipieren und eine Entscheidung herbeiführen sowie
  • den Transferprozess von Lösungen, Entscheidungen, Veränderungen etc. alltagsintegriert, niederschwellig und kompetent begleiten.

Bei diesem gemeinsamen Beratungsprozess vermittelt der Berater durch sein Handeln der ratsuchenden Person, dass er trotz seines strukturierten und kompetenten Vorgehens die Beziehung zum Gesprächspartner als gleichwertig sieht. Dieser selbst ist Experte seiner Lebens- und Berufserfahrung. Der Berater versucht, die Sichtweisen zu verstehen und die Erfahrungen, Ressourcen, Potentiale und die Autonomie des Ratsuchenden wertzuschätzen und bezieht dessen jeweiliges Expertentum in sein Vorgehen ein. Er orientiert sich an der Lebenswelt seines Gesprächspartners und fördert durch die kooperative Arbeitsweise die (Weiter-)Entwicklung seines Gesprächspartners. Dabei bemüht er sich eine weitestmögliche Wiedererlangung bzw. Erweiterung der Einstellungen und Kompetenzen des Ratsuchenden, um dessen Selbsthilfe, Selbststeuerung und Selbstwirksamkeit zu ermöglichen und zu sichern (Empowerment). Die klare Struktur der Kooperativen Beratung und die offene Arbeitsweise machen den Beratungsprozess transparent. Die Kompetenz sowie die Einschätzung und die gemeinsame Reflexion des Beratungsprozesses stärken die aktiv handelnde Rolle des Ratsuchenden.

Die so gestaltete Kooperative Beratung und ihre speziellen Methoden finden Anwendung in der Erwachsenenbildung und in sehr unterschiedlichen  Berufsgruppen sowie bei Jugendlichen, Kindern und Menschen mit Behinderungen bzw. Verhaltensstörungen. Sie zeigen die Möglichkeit des flexiblen und kompetenten Umgangs mit dieser Beratungsmethode. Die dazu notwendigen Sichtweisen, Haltungen und Kompetenzen können in speziellen Aus- und Fortbildungen in Trainings berufsbegleitend erworben werden (Training).

Eine genaue Beschreibung der Kooperativen Beratung finden Sie unter "Literatur".